Mit einer eindrucksvollen Sternfahrt hat der ADFC Thüringen am 7. Juni 2026 ein klares Zeichen für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur im Freistaat gesetzt. Aus allen Himmelsrichtungen, darunter Gruppen aus Jena, Apolda und Nordhausen, strömten die Teilnehmenden in die Landeshauptstadt Erfurt. Nach einem gemeinsamen Zusammentreffen auf dem Domplatz radelten alle gemeinsam zur Thüringer Staatskanzlei, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Worte zur Lage des Radverkehrs im Freistaat
Karsten Pehlke, Vorsitzender des ADFC Thüringen, machte in seiner Rede die strukturellen Defizite deutlich: Thüringen belegt mit einem Radweganteil von unter 9 Prozent an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den letzten Platz in Deutschland. Jahrzehntelange Versäumnisse beim Ausbau, nicht abgerufene Fördermittel und ein fehlendes strategisches Konzept seien die Ursachen. Und 8 Kilometer Neubau pro Jahr seien für den ADFC schlicht „nicht akzeptabel“.
Redebeitrag der AGFK-TH
Dr. Claudia Kolb, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen (AGFK-TH) und Dezernentin der Stadt Weimar, betonte in ihrem Grußwort die strukturelle Frage der Zuständigkeiten: Solange Radverkehr in Verwaltungen eine Nebenaufgabe bleibe, seien auch nur Nebenergebnisse zu erwarten. Sie forderte dedizierte Fachstellen in Kommunen und Landkreisen, die sich konzentriert um Rad- und Fußverkehr kümmern können.
Oberbürgermeister Andreas Horn sowie Infrastruktur- und Digitalminister Steffen Schütz ergriffen ebenfalls das Wort. Die Gespräche auf und abseits der Redebühne sind sehr konstruktiv und engagiert gewesen. Minister Steffen Schütz sicherte einen regelmäßigen und engen Austausch zu den Themen zu.
Strategiepapier übergeben
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Übergabe eines Strategiepapiers des ADFC Thüringen an Minister Schütz. Das Papier enthält konkrete Vorschläge zur Förderung des Radverkehrs, die innerhalb einer Legislaturperiode umsetzbar sind – vom Abbau bürokratischer Hürden bis zu klaren Zieldefinitionen.
Die Sternfahrt war mehr als ein Radausflug – sie war ein politisches Signal von vielen hundert Menschen, die Verkehrspolitik aktiv mitgestalten wollen. Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement und freuen uns auf eine konstruktive Weiterarbeit.




